Einmal "Frozen Shoulder" und zurück, bitte!

Quelle: Michaela Buck

Ich habe mich entschlossen, an dieser Stelle meine persönliche Geschichte zu notieren. Vielleicht hilft sie jemand anderem. Und sie geht so:

 

Ich war schon immer sehr beweglich, vielleicht liebe ich deshalb Yoga schon seit Jahrzehnten. Namaste hinter dem Rücken ist eine Kleinigkeit, Dwikonasana ist meine Lieblingsübung. Ich habe sie immer mal eingeschoben, auch wenn keine Zeit oder keine Lust für eine ausgiebige Yogaeinheit war.

 

Die Veränderung beginnt unmerklich

Und dann plötzlich, schleichend, vor vielleicht sechs Monaten oder auch etwas länger, ging diese Übung nicht mehr so gut wie vorher. Die Arme kippten nicht mehr so elastisch in den Schultergelenken nach unten, wie ich das gewohnt war. Mein Umfeld schmunzelte - wer muss schon so beweglich sein? Und dann konnte ich irgendwann die Arme hinter dem Rücken zu Beginn der Übung nicht mehr fassen. Schließlich konnte ich den BH nicht mehr hinter dem Rücken mit beiden Händen schließen. Aber noch spürte ich sonst kaum etwas in der rechten Schulter, nur diese Bewegungseinschränkung. Außerdem einen Schmerz, wenn ich in den rechten Jackenärmel schlüpfen wollte, nachdem der linke schon in der Jacke war. Ja, dieser Schmerz... Je stärker sich die Beweglichkeit einschränkte, umso stärker wurde er in Bewegung.

"Das kann doch nicht so bleiben", dachte ich mir. Ich bin Schwierigkeiten gewöhnt, die Folgen mehrerer Hüftoperationen vor vielen Jahren ließen sich nur mit Schweiss und Tränen beheben. Also begann ich mit Dehnübungen - die Schmerzen wurden schlimmer, mit Kräftigungsübungen - die Schmerzen wurden schlimmer. Anfangs vergingen sie nach ein paar Minuten. Dann blieben sie für den restlichen Tag. Schließlich blieben sie über Nacht.

 

Es liess sich nicht mehr leugnen

Da akzeptierte ich, dass ich ein Problem hatte. Nichts von dem, was ich tat, half. Ganz im Gegenteil. Alles führte dazu, dass es schlimmer wurde. Ich konnte den Arm nicht mehr nach oben strecken, weniger als 90° zur Seite und überhaupt nicht mehr nach hinten. Ich konnte kaum mehr als Rechtshänderin mit der Maus am Computer arbeiten und übte mit links; auch konnte ich nur noch kurze Zeit am Stück an der Tastatur arbeiten. Ich konnte nicht mehr auf der schmerzenden Seite schlafen. Dann konnte ich auch nicht mehr auf der gesunden Seite schlafen. Irgendwann konnte ich nicht mehr auf dem Bauch schlafen, denn selbst der nach unten weggestreckte Arm tat zu sehr weh. Und dann kamen die Nächte, in denen ich auch auf dem Rücken vor Schmerzen nicht mehr durchschlafen konnte. Ich musste den Arm der schmerzenden Schulter polstern und auch das half nur sehr bedingt. Die Folge - ich war ein Nervenbündel, unausgeschlafen und mit Dauerschmerz.

 

Was ich alles versucht habe

Neben meinen Selbsthilfeversuchen war ich bei einer Liebscher & Bracht Therapeutin. Sie hat wirklich alles gegeben an Wissen und war sehr engagiert. Aber es wurde nur schlimmer. Ich war bei einem osteopatisch arbeitenden Orthopäden, der einen Magen-Darm-Infekt aus dem letzten Sommer mit ins Spiel gebracht hat. Seine osteopatische Arbeit hat mir gut getan, aber es wurde nicht besser. Ich habe die Bücher von Louise Hay und Rüdiger Dahlke konsultiert und kleinere emotionale Baustellen aufgeräumt. Aber es wurde nicht besser. Natürlich habe ich Dr. Suchmaschine befragt. Ich stellte mehrere Hypothesen auf, aber keine ließ sich halten. Irgendein Symptom passte immer nicht ins Bild. Ich nahm frei verfügbare Schmerzmittel, die nicht halfen. Ich lies mir eine Cortisonspritze in die Schulter geben, die wenigstens die Schmerzspitze für kurze Zeit nahm. Ich nahm Mizellen-Curcuma, Magnesium, Vitamin D3 mit Vitamin K2, Vitamin B-Komplex. Es wurde nur immer noch schlimmer.

 

Mein Mann fand eine mögliche Diagnose

Natürlich ging mein Schmerz auch an meinem Mann nicht vorbei. Er hat Dr. Suchmaschine bemüht, was das Zeug hielt. Und irgendwann kam er auf eine weitere Hypothese: Frozen Shoulder. Das hatte ich noch nie gehört, auch wenn ca. 2 - 5% der Gesamtbevölkerung davon betroffen sein sollen. Die Symptome passten genau. Aber die möglichen Ursachen kamen für mich nicht in Frage:

  1. eine Verletzung oder Operation der Schulter: nein
  2. Stoffwechselveränderungen wie Diabetes, metabolisches Syndrom: nein
  3. neurologische Ursachen: nein

Was blieb waren diffuse Aussagen wie: es sei eine Stoffwechselstörung im Gewebe der Schulter. Alternativ: man wisse immer noch nicht, woher es käme. Aber Frauen um die 50 wären genau die Zielgruppe. Die Chinesen sprechen sogar von der "50-Jahres- Schulter". Aha. Was für ein Geschenk zum 50. Geburtstag.

 

Wie es mit dieser möglichen Eigendiagnose weiterging

Nachdem nun die Hypothese stand, beschäftigte ich mich mit dem Konsequenzen dieser Erkenntnis. Und das war niederschmetternd. Ich lernte, dass dieses Problem aus drei Phasen besteht: dem Einfrieren, dem Eingeforensein und dem Auftauen. Das ganze könne sich durchaus über zwei Jahre hinziehen. Und das Internet war in Text und Video voll mit Übungen, die helfen sollten. Jeder Versuch, eine solche Übung zu machen, führte zu noch mehr Schmerzen und dem Gefühl, das irgendetwas falsch sei. Mit mir, mit der Übung oder dem, der sie online anpries. Was mir erst langsam klar wurde, war: solange man sich in der Phase des Einfrierens befindet, funktionieren nur Ruhe und Schonung für die Schulter. Zu glauben, dass hier eine Übung sinnvoll sei, ist eine Illusion. Leider habe ich das in keiner Quelle so klar gefunden. Überall wurde mir suggeriert, dass mit den Übungen schon wieder alles gut werden würde.

 

Die Wendung, die alles anders werden ließ

Und dann passierte etwas, was die Veränderung einleitete und zwar innerhalb von Sekunden. Eins der letzten Videos, die ich zu dem Thema noch nicht gesehen hatte, war "Frozen Shoulder - "The True Cause" Dallas, Texas Recovery". Dort ging es um den XI. Hirnnerv, der beim Austritt aus dem Schädel durch falsche Haltung (z.B. durch den Geierhals beim Blick nach schräg unten auf ein Smartphone) gequetscht werde. Da ich mich gerade beruflich ausgiebig mit dem X. Hirnnerv beschäftigt hatte, war mir das Thema nicht fremd. Ich bat meinen Mann, mir im Liegen sehr behutsam den Kopf lang zu ziehen. Außerdem massierte er meine Axis, den zweiten Wirbel, verschob sie sanft nach rechts und links. Und das Unglaubliche geschah: ich spürte ein Kribbeln in der Schulter, es wurde dort wärmer. Im Stehen unmittelbar danach war die Beweglichkeit bereits deutlich besser als noch 5 min vorher. Es war faszinierend. Damit war für mich der Schlüssel gefunden.

 

Der Weg zurück zur Beweglichkeit

Diese für mich kaum zu glaubende Entdeckung war zwar der Wendepunkt, aber nicht die sofortige Heilung. Sie hat den Auftauprozess eingeleitet. Das ist jetzt ca. 6 Wochen her. Seitdem (und nicht vorher!) machen die ganzen Übungen bei Frozen Shoulder Sinn. Sie schmerzen zwar aufgrund der Dehnung, der Schmerz hört aber danach unmittelbar auf. Ich habe mich auch durch Akupunktur unterstützen lassen. Es geht immer ein kleines Stückchen besser. Ich konnte wieder Gegenstände oberhalb des Kopfes erreichen, wieder auf der Seite schlafen. Aktuell kann ich sogar (allerdings nur wenige Minuten) auf dem Bauch mit dem Arm über dem Kopf liegen. Nur den BH bekomme ich noch nicht wieder auf und zu und die Lieblings-Yogaübung geht auch noch nicht vollständig wieder. Aber ich weiß, dass es funktionieren wird. Ich brauche nur noch ein bisschen Geduld. Aber die Aussicht auf zwei Jahre war ich nie bereit zu akzeptieren. Und es hat sich gelohnt, so hartnäckig zu sein.

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Kommentare: 36
  • #1

    Vera (Samstag, 29 August 2020 14:34)

    Hallo Michaela, gestern habe ich die Diagnose Frozen Shoulder bekommen (bei MRT Untersuchung), stecke gerade in Phase 1 wo nichts hilft, habe alles ausprobiert genauso wie sie.
    Dankeschön für Ihren Auftrag, Ich hoffe es hilft mir auch und ich werde schneller wieder gesund.
    Wollte wissen ob sie jetzt die dritte Phase hinter sich haben und den Arm wieder normal bewegen können. Lg

  • #2

    Michaela Buck (Donnerstag, 03 September 2020 16:01)

    Liebe Vera,
    Ich bin fast vollständig durch die dritte Phase durch. Ich habe gefühlt 97% meiner Beweglichkeit zurück und nur noch bei sehr ungewöhnlichen Bewegungen Schmerzen.
    Ich wünsche Ihnen gute Besserung und gute Nerven! Erlauben Sie sich Schonung :)

  • #3

    Diana Williams (Montag, 21 September 2020 18:28)

    Liebe Michaela, vielen vielen Dank fuer diesen Erfahrungsbericht zu Deiner frozen shoulder. Ich erkenne mich 100% darin und bin so froh endlich zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Ich war top fit, mindestens fuenfmal in der Woche im Gym, high intensity classes waren meine Lieblingsstunden und Schmerzen kannte ich nicht. Dann ploetzlich spuerte ich einen abrupten Schmerz in der rechten Schulter beim heben eines Gewichtes und von da an ging es stetig bergab. Das war vor 1 Jahr vor 2 Monaten began das Einfrieren und ein Arzt bestaetigte mir die Diagnose frozen shoulder. Alle Uebungen verschlimmern meinen Schmerz und auch Akupunktur und Massage verschaffen keine Linderung. Nun bin ich natuerlich ganz heiss darauf die Streckung des Genicks zu machen wie Du es beschrieben hast. Koenntest Du bitte ein bieschen naeher erklaeren wie genau das geht und wie oft habt ihr das gemacht? Ich free mich auf wine Antwort. Lieben Gruss Diana

  • #4

    Michaela Buck (Mittwoch, 23 September 2020 08:58)

    Liebe Diana,

    gerne beschreibe ich ein bisschen genauer, wie wir das machen. Ich muss aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass das nur meine eigenen Erfahrungen sind. Wir sind keine Heilpraktiker, Physiotherapeuten oder Ärzte. Bitte sei äußerst vorsichtig, da die Strukturen oben an Schädel und Nacken sehr fragil sind. Ruckartige Bewegungen dürfen auf keine Fall vorkommen, alles muss fließend und sehr vorsichtig passieren!
    Nun also zum Ablauf: ich liege flach auf dem Rücken, z.B. auf dem Boden, auf dem Bett o.ä. Mein Mann sitzt oder kniet oberhalb meines Kopfes. Er macht aus seinen Händen ein Nest und schiebt es so unter meinen Schädel, dass Mittel-, Ring- und kleiner Finger den Schädelansatz hinten fassen können. Die Zeigefinger greifen vorne herum unter meinen Unterkiefer, die Daumen liegen ungefähr in Höhe der Ohren. Ziel ist es, den Schädel greifen zu können, ohne mir weh zu tun. Dann übt er sehr langsam und sehr vorsichtig Zug aus, nach hinten und ein bisschen nach oben. Die Richtung nach oben aber nur, um etwas von der Unterlage weg zu kommen. Nun kommt für ihn der anstrengende Teil, nämlich den Zug zu halten (also nicht weiter ziehen). Dabei nutzt er seinen Oberkörper und kippt ihn nach hinten, um die Kraft nicht auf Dauer aus den Armen zu holen. Wenn mein Mann dann meinen Kopf unter leichtem Zug ein paar Atemzüge lang hält, entspanne ich mich bewusst und atme in den Bereich im Nacken hinein. Nach einer Handvoll Atemzügen spüren wir beide, wie der Hals sich um gefühlte 5 mm "längt". Danach löst er behutsam den Zug und legt meinen Kopf wieder auf die Unterlage ab. Und ich geniesse :)

  • #5

    Michaela Buck (Mittwoch, 23 September 2020 09:01)

    Nachtrag:
    Obwohl ich Deine Schmerzen sehr gut nachvollziehen kann, liebe Diana, habe ich mir etwas Zeit mit dem Schreiben gelassen. Ich wollte es so gut wie möglich, aber auch so sicher wie möglich beschreiben. Dafür haben wir es bewusst noch einmal ausgeführt und Worte dafür gefunden.

  • #6

    Dorothea Hähnel (Mittwoch, 21 Oktober 2020 12:21)

    Liebe Michaela Buck,
    Dies ist genau das, was ich seit Januar 2020 erlebt habe. Sogar das Auftauen der 1. Schulter, oh ja Frau hat 2 Schultern :-), ist genau so passiert, nach 4 Monaten. Doch, oh Schreck, dies ist erst die halbe Geschichte, jetzt Mitte Oktober befinde ich mich in der schweren Schmerzphase. Mit einem Cocktail von 3 Schmerz-mitteln ( jeweils 1/2 Dosis, wegen der Verträglichkeit) halte ich mich über Wasser.
    Heute probieren wir den Nacken langziehen. Zum Glück hält mein Humor, es ist nicht todbringend. :-)

  • #7

    Sabine Leiske (Samstag, 24 Oktober 2020 16:09)

    Liebe Michaela Buck, hallo Alle,
    seit September 2019 habe ich diese Beschwerden - rechte Schulter -, in 2006 schon einmal links (eine OP aus Unwissenheit brachte nur eine Verschlimmerung). Drei Ärzte habe mir unabhängig voneinander gesagt, eine Chemotherapie aus 2002 sei der Grund. Trotzdem werde ich es einmal mit der Übung probieren. Bin schon fast ein Jahr AU, habe viel Tilidin/Palexia genommen, da ich teilweise zum Schreien in den Keller gegangen bin. Viele Grüße aus Dortmund

  • #8

    Michaela Menn (Mittwoch, 02 Dezember 2020 19:53)

    Hallo! Ich bin auch langsam am verzweifeln!Bei mir wurde im September 20 Schleimbeutelentzündung im Schultergelenk festgestellt!Ich war schon bei 3 Ärzten keiner kann mir helfen! Werde diese Übung ausprobieren!Liebe Grüsse

  • #9

    Cornelia (Donnerstag, 14 Januar 2021 16:04)

    Liebe Michaela, sehr interessant dieses Video, sehr interessant, danke dafür! In welcher Phase steckst du jetzt und machst du diese Übung immer noch? Ich werde das meiner Physiotherapeutin zeigen und auf Erfolg hoffen. Leider habe ich eine gleichzeitige beidseitige Frozen Shoulder und bin seit 2.5 Jahren massiv eingeschränkt in allen Bewegungen, natürlich AU. Von den Schmerzen möchte ich gar nicht reden. Der positive Verlauf von dem man immer liest bei einer Frozen Shoulder dehnt sich mit einer beidseitigen Erkrankung natürlich hinaus weil es unmöglich ist, beide Arme dauerhaft zu schonen. Folglich verzögert sich der Heilungsprozess. Apropos Schlafstellung, Liebscher & Bracht empfiehlt ja auf dem Rücken ohne Kissen zu schlafen, aber ich habe mich in über 2 Jahren nicht daran gewöhnt und vermisse meine Lieblingsschlafstellung jede Nacht, auf der Seite eingekuschelt selig einzuschlafen :) Ich habe selber Kleider entworfen weil das Anziehen eines der schlimmsten Aufgaben ist. Alle Kleider müssen von unten her angezogen werden, dies schafft eine grosse Erleichterung. Einen Frozen Shoulder Rucksack habe ich auch kreiert, der bei einer Doppel Frozen sehr hilfreich ist. Tasche tragen ist ja nicht mehr möglich. Also mein Kopf arbeitet noch und es macht Freude, zu sehen, dass in so einer misslichen Lage noch ewas entstehen kann wo unterstützend ist. Ich lebe alleine und musste mich an meine Einschränkungen zu 100% anpassen um überhaupt alleine einen Haushalt führen zu können. Ich hätte sehr viele Tipps um besser mit der Einschränkung umgehen zu können, falls jemand eine Frage hat stehe ich gerne bereit. Viele Grüsse aus Basel, Cornelia

  • #10

    Michaela Buck (Freitag, 15 Januar 2021 11:51)

    Liebe Cornelia,
    eine doppelte Frozen Shoulder ist ja der Hammer! Ich sende Dir (und allen anderen betroffenen Leser*innen) jede Menge Gute-Besserungs-Wünsche!
    Ich mache die benannte Übung immer noch, sobald ich einen Zug in der Schulter spüre. Das kommt immer dann vor, wenn ich zu viel unbeweglich und ohne Rückentraining gesessen und den Kopf nach vorne geneigt habe. Damit entlastet es sich sofort. Ich schätze, dass ich noch 0,5 - 1% Restwirkung der Frozen Shoulder habe. Die Beweglichkeit ist vollkommen wiederhergestellt, ich spüre nur noch bei manchen Bewegungen oder Haltungen (wie z.B. beim Auf-dem-Bauch-Liegen" mit nach oben gelegten Armen) einen leichten Schmerz.
    Herzliche Grüße!
    Michaela

  • #11

    Andrea (Dienstag, 19 Januar 2021 14:33)

    Hallo,
    ich finde mich in euren Aussagen zu 100 % wieder.
    Ich habe seit Mitte August 2020 eine frozen shoulder.
    Ich bin AU geschrieben, da ich in einer Kita arbeite. Jetzt geht es darum, meinen Job wieder auszuüben. Ich weiß nicht, wie dies geschehen soll. Ich habe auch die Pflicht die Kinder zu schützen. Wie soll ich sie tragen, auffangen, in ihre Bettchen legen?
    Ich bin da gerade sehr unter Druck und mache mir viele Gedanken. Ich mach 2 x die Woche Physiotherapie. Diese hilft mir sehr, dadurch kann ich meine Hand schon wieder mit viel Anstrengung auf meinen Kopf legen. Aber so viele Dinge funktionieren nicht. BH schließen gar nicht machbar.Nach rechts greifen unter großer Anstrengung. Nach hinten gar nicht machbar. Ich schlafe auf dem Rücken mit 3 Kissen. Die meine Schulter und den Arm stützen.
    Die Schmerzen werden weniger, aber schmerzfrei war ich seit August nicht mehr.
    Ich bin oft fassungslos wenn ich meinen Arm sehe und man wirklich kaum etwas damit machen kann.
    Verstanden wird man im Umfeld oft nicht, da man gesund aussieht.
    Die Schmerzen und die Unbeweglichkeit keiner verstehen kann.

  • #12

    Cornelia (Donnerstag, 21 Januar 2021 10:47)

    Hallo Andrea, ich bin auch betroffen und etwas weiter oben findest du meinen Beitrag. Ich bin immer wieder erstaunt, dass die meisten Frauen "BH anziehen" erwähnen. Vergesst den BH! Es gibt einige andere Möglichkeiten die man von unten her anziehen kann. Es macht keinen Sinn sich bei so starken Einschränkungen und Schmerzen sich mit einen BH abzumühen. Ich trage seit 2 Jahren keinen BH mehr weil es einfach nicht machbar ist, und mittlerweile finde ich es ganz schön, befreit zu sein von 40 Jahren BH zu tragen. Die Frozen Shoulder fordert zu akzeptieren, dass man viele Sachen vorübergehnd nicht mehr machen kann. Wenn man das annimmt, erträgt sich alles etwas besser. Natürlich ärgere ich mich auch immer wieder über Dinge die ich nicht tun kann und dann merke ich wie ich sauer werde und meine Laune den Keller hinab geht, aber leider ist das nicht die Lösung. Der Druck die Arbeit wieder aufzunehmen ist sehr belastend und drückt zusätzlich auf die Psyche. Wer schreibt dich gesund frage ich mich? Kannst du denn schlafen? Ich habe massive Schlafstörungen seit langer Zeit und das ist für mich mittlerweile das grösste Problem geworden. Grüsse aus Basel, Cornelia

  • #13

    Andrea (Samstag, 23 Januar 2021 14:30)

    Hallo Cornelia,
    wer mich "gesund" schreiben möchte?
    Mein Hausarzt ist Sportmediziner, ich war beim Schulterspezialisten und im MRT. Ich habe eine schmerzhafte frozen Shoulder, mit der ich nun wieder arbeiten soll. Es ist ja "nur" ein Schulterschmerz, mit dem ich jetzt schon 5 Monate zu Hause bin.
    Alle machen Druck, der Arzt, die Physiotherapeutin, die Krankenkasse.
    Ich glaube, dass die frozen shoulder noch nicht erforscht genug ist. Denn wer selber eine frozen shoulder hat, der weiß von welchen Schmerzen und welcher Unbeweglichkeit ich spreche. Gerade in der Nacht, sind diese eine Qual.
    Es nützt nichts, ich arbeite dran und mache fleißig meine Übungen. Meine Physiotherapeutin leistet da schon sehr gute Arbeit.
    An die Sache mit dem Kopf "ziehen" habe ich mich noch nicht gewagt.
    Ich fand dieses Forum toll, weil ich hier endlich von anderen Betroffenen etwas erfahren konnte und die mich und den Schmerz verstehen!
    Danke
    Man ist so allein damit....

  • #14

    Cornelia (Sonntag, 24 Januar 2021 11:18)

    Hallo Andrea
    "Ich glaube, dass die frozen shoulder noch nicht erforscht genug ist" Genau das glaube ich auch! Die Ärzte drängten auf eine OP die ich aber verweigerte. Ich habe "Das mit dem Kopfziehen" bereits gemacht aber nicht bei der Physio sondern bei meinem Chinesischen Mediziner. Ich habe ihm das Video geschickt und für ihn war es klar, dass dies Sinn macht. Ich habe mittlerweile Folgen von der Unbeweglichkeit und mein linker Arm schlief ein und wachte nicht mehr auf und ich liess auch dies von ihm durch Akupunktur behandeln. Das hat Gott sei Dank sofort gewirkt und wenigstens ist diese Baustelle aufgeräumt. Hast du deiner Physiotherapeutin vom Kopf ziehen berichtet? Ich tat dies und auch sie sagte, dass es für sie Sinn macht. Ich habe mich wie erwähnt für die TCM entschieden weil ich 1. eine Zusatzversicherung habe und die übernimmt 90% von der Behandlung und 2. komme ich bei der Physio mit der Behandlung von der Lockerung der Muskeln zu kurz wenn sie meinen Kopf bearbeiten würde. Ich gehe jetzt abwechslungsweise in die Physio und zur TCM und er kann mir durch Akupunktur auch meine Schlaflosigkeit behandeln und es hilft. Die Nächte sind unerträglich lange durch den Schmerz und dann bricht der Tag ein wo ich manchmal nicht mehr weiss, wie ich alles bewältigen soll mit diesen Schmerzen, aber was bleibt ausser weiterhin durchzuhalten...? Es bleibt nur weiterzumachen. Ich hoffe für dich, dass sich das Blatt noch wendet und du nicht zu früh zur Arbeit gezwungen wirst und dir mehr Zeit für den Heilungsprozess lässt. Es wird überall geschrieben, dass eine Frozen 1 1/2 bis 2 Jahre dauert und es ist mir unverständlich, dass du jetzt arbeiten sollst. Patienten mit Frozen verursachen bei der Krankenkasse sehr wenig kosten da uns als Behandlung nur die Physio bleibt, das sind die Worte von meinem behandelnden Arzt und er kämpft für mich, dass ich immer wieder eine Physio-Verordnung bekomme. Ich wünsche dir einen schönen Sonntag. Aus Basel, Cornelia

  • #15

    Nicole (Mittwoch, 03 Februar 2021 17:20)

    Liebe Michaela,
    erst einmal vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht, auf den ich, zum Glück, hoffentlich rechtzeitig gestoßen bin.
    Ich finde mich zu 100% darin wieder, auch wenn mein Orthopäde, den ich eigentlich für einen guten halte, meint, es wäre keine Frozen Shoulder, sondern Impingement, Entzündung und leichter Kalk.
    Ich hätte aber mal eine Frage: bei allem, was ich jetzt über Frozen Shoulder gelesen habe steht, dass erst die Schmerzen da wären und dann die Einsteifung. Wenn ich es richtig verstehe, war es bei dir aber eher umgekehrt, oder? Erst die Bewegungseinschränkung und dann der Schmerz?
    Lieben Gruß Nicole

  • #16

    Michaela Buck (Mittwoch, 03 Februar 2021 17:50)

    Liebe Nicole,
    interessant, dass auch Du die Erfahrung gemacht hast, dass der Orthopäde eine andere Meinung vertritt.
    Deine Frage im Hinblick darauf, was zuerst da war, hat mich ins Nachdenken gebracht. Ich kann es gar nicht mehr so genau sagen. Wenn ich nicht diese Yoga-Übung so sehr mögen würde, hätte ich es vermutlich deutlich später gemerkt, dass da etwas nicht gestimmt hat. Bei dieser Überstreckung waren Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bereits im Doppelpack da. Es hat dann aber noch einige Zeit gedauert, bis sich die Beschwerden im Alltag und bei "normalen" Bewegungen gezeigt haben. Jetzt am Ende des Auftauprozesses geht diese Yoga-Übung wieder, es zieht nur noch ein ganz kleines bisschen. Außerdem merke ich, dass ich schlicht eingerostet bin. Immerhin konnte ich sie über ein Jahr nicht mehr machen. Gute Besserung für Dich!!!

  • #17

    Nicole (Mittwoch, 03 Februar 2021 18:42)

    Liebe Michaela,
    danke für deine schnelle und ausführliche Antwort. Das hilft mir ungemein, denn dann hat mein Orthopäde vielleicht doch recht, dass es etwas anderes ist.
    Ich kam quasi von einem Tag auf den anderen nicht mehr normal in meine Jacke und die Sache mit dem BH ging auch nicht mehr. Also quasi direkt eingeschränkt und zwar richtig. Die richtigen Schmerzen kamen erst jetzt, als ich eigenständig mit Dehnübungen und Fasziengedöns versucht habe wieder beweglicher zu werden.
    Deine Aussage hilft mir jetzt sehr meine Diagnose einzugrenzen, dass es sich bei mir dann wohl eher wirklich nicht um eine Frozen Shoulder handelt. Ursache und Auslöser wäre bei mir lt. Arzt wohl auch vermutlich eine falsche plötzliche Bewegung gewesen. Sowas wie Stolpern und Abstützen oder sowas.
    Also nochmal lieben Dank und dir weiterhin alles Gute!
    LG Nicole

  • #18

    Regula (Samstag, 27 Februar 2021 14:01)

    Hallo Ihr Lieben,
    auch ich möchte mich herzlich bedanken für diesen Bericht und all die wertvollen Kommentare.
    Bei mir war es so, dass ich letzten Sommer merkte, dass gewisse Asanas schwer oder gar nicht mehr ausführbar waren, erst dann kam der Schmerz. Später raubte der Schmerz mir den Schlaf, erst dann ging ich zum Arzt. Er meinte, es sei ein Impingement und schickte mich in die Physiotherapie (inkl. Übungen zuhause), wobei ich nach 8 Wochen feststellen musste, dass es nicht besser wurde sondern schlimmer. Erst dann überwies er mich zum Orthopäden, der ein Röntgen machte, um Verkalkung auszuschliessen. Nach ein paar Beweglichkeitstests war dann klar: frozen shoulder.
    Was mich bei diesem Orthopäden sehr freute war seine Frage: "Was entspricht mehr Ihrer Lebensweise: Kortisonspritze ins Schultergelenk oder Akupunktur?" Meine Antwort: "Akupunktur". Und dort bin ich nun in Behandlung und bin begeistert! Zunächst war ich gleichzeitig krankgeschrieben, nach 3 Wochen startete ich stufenweise mit 25%, 50%, 75% und dann 100% arbeiten.
    Die Schmerzen tauchen nur auf, wenn ich zu lange am PC sitze, d.h. die Haltung bei der Arbeit mit der PC-Maus, die ist anstrengend. Egal, ob mit konventioneller PC-Maus oder Trackball. Ich muss mich zwingen, oft Pausen zu machen.
    Die Beweglichkeit ist noch nicht da, das habe ich aber auch nicht erwartet, ich bin nur schon dankbar, dass ich wieder schlafen kann und schmerzfrei bin, wenn ich nicht am PC sitze.

    Ich wünsche uns allen viel Geduld und guten Mut.

    Herzliche Grüsse aus dem Berner Oberland,
    Regula

  • #19

    Eva (Sonntag, 28 Februar 2021 18:55)

    Hallo an alle schmerzgeplagten Damen (Herren konnte ich noch keine entdecken)!
    Auch ich freue mich sehr über die Erfahrungsberichte und möchte Euch dafür danken. Es ist für mich beruhigend, wenn ich lese, wie es anderen PatientInnen mit diesem Thema geht. Dann fühle ich mich nicht so schrecklich alleine damit.
    Ich hatte im Oktober eine Daumensattelgelenks-OP - damit nicht genug hat sich im November Frozen Shoulder Nummer zwei dazu gesellt. Allerdings wesentlich eindrucksvoller als vor zwei Jahren bei der anderen Schulter. Ich schlafe seit November sehr schlecht, habe tagsüber wie auch nachts starke Schmerzen - kein normal gängiges Schmerzmittel schlägt an. Ich bin zwischenzeitig sehr stark eingeschränkt - der Ellenbogen lässt sich nur mehr auf ca. 15 cm vom Oberkörper wegbewegen.
    Einerseits heilt die Hand nach der OP nicht gut - der Arzt meinte, dass auch dieses Gelenk (Handwurzel, Daumen) eine Art von "Frozen" sein könnte - und jetzt auch noch die FS. Das lässt mich schon etwas verzweifeln. Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch und versuche auch jetzt, mich nicht unterkriegen zu lassen - aber manche Tage... heute ist einer davon.
    Eigentlich wollte ich bereits im Sommer wieder auf meinem Rad sitzen!
    Liebe Regula, kannst Du mir vielleicht sagen, seit wann Du Akupunktur machst und wie oft?
    Vielleicht möchte mir auch jemand erzählen, wie stark die Einschränkung ist/war und ob die Schmerzen auch so quälend ziehend im Ober- und Unterarm sind/waren.
    Ich mache mir einfach sehr große Sorgen, dass das nicht wieder wird - zumal wie gesagt auch meine Hand nahezu steif und wenig benutzbar ist. Ich kann mir das alles nicht so richtig erklären. Auch der Handchirurg zeigt sich zu meinem Entsetzen etwas ratlos. Es ist ein sehr renommierter Arzt, auf Handchirurgie spezialisiert. ...das macht mich auch nicht sehr entspannt.
    Ich habe jetzt vorerst die Ergo- und Physiotherapie gestoppt - was beide Damen begrüßt haben, da es wohl jetzt "kontraproduktiv" wäre.
    Es tut mir leid, dass ich hier das Forum nutze und vor mich hin raunze, aber wie gesagt - heute ist kein guter Tag!
    Ich wünsche Euch allen eine baldige Genesung und keine Schmerzen mehr!
    Vielleicht hat jemand noch Tipps oder Tricks für mich - was es ein bisschen erträglicher gemacht hat!?
    Alles Liebe aus Wien
    Eva

  • #20

    Regula (Montag, 01 März 2021 14:50)

    Liebe Eva
    Ich merkte etwas im August 2020 im Yoga, die Schmerzen kamen im September, Physio im November und Dezember, ab Ende Januar Start Akupunktur 2x wöchentlich während 3 Wochen, seither 1x wöchentlich, am kommenden Freitag zum letzten Mal.

    Und hier ein Link zu einem Interview mit einem Arzt: Geduld ist gefragt... Schade finde ich, dass im Netz kaum von Akupunktur im Zusammenhang mit der Schmerzlinderung bei frozen shoulder die Rede ist.
    https://blog.ksb.ch/wissen/frozen-shoulder-behandlung/

    Liebe Grüsse von Regula

  • #21

    Eva (Montag, 01 März 2021 18:53)

    Liebe Regula, vielen Dank für deine Antwort. Ich bin morgen bei meiner TCM-Ärztin und werde sie darauf ansprechen!
    Liebe Grüße
    Eva

  • #22

    Dorothea Hähnel, (Sonntag, 07 März 2021 19:10)

    Liebe Leidensgenossinnen,
    habe oben schon mal geschrieben. Tatsächlich ist meine Schulter Nr.2 nach 5 Monaten wieder aufgetaut, wirklich wie aufgetaut: ich brauche keine Wärmeauflage (Seide ntuch) und kein Rotlicht mehr. Die Tabletten erst reduziert, dann war's rum. Ohne Entzug. Doch Physio oder eigene Übungen gehen immer noch nicht.
    An die Erzieherin (oben) kann ich nur bestätigen, die kleinen Enkel könnte ich nicht heben. Nach weiteren 3 Monaten geht es wieder. Nur der Schulterspezialist in Pforzheim wusste genau, dass Übungen kontraproduktiv sind.
    Schlafen geht nun im 2 h Takt, 3 h Bett, 3 h im Sessel. Ich hoffe mal wieder Ausbau und radeln zu können. Langmut ist gefragt!

  • #23

    Sabine (Samstag, 20 März 2021 12:04)

    Danke für eure Einträge.
    Ich bin seit Juli betroffen. Ich wusste gar nicht was ich habe. Im August wurde durch die Uni Klinik frozen shoulders diagnostiziert. Mit einer Empfehlung zurück zum Hausarzt, mit Cortisontabletten bzw. Therapie zu behandeln. Unterstützend hatte ich noch Schmerztabletten bekommen. Zusätzlich gehe ich zur Physiotherapie 2x die Woche. Und da heim trainiere ich auch täglich mehrmals. Inzwischen fängt meine rechte Seite an , es weist die gleichen Symptome, wie zu Beginn der linken Seite auf und ich hoffe es wird nicht so schlimm.
    Aber immerhin gehe ich wieder arbeiten und es bekommt mir gut.
    Es braucht einen guten Physiotherapeuten der den ganzen Rücken beim Training sieht, so erkennt wo die Schwachstellen am Körper sind, das Training dem entsprechend anpasst. Ich wünsche uns allen , nach Frozen shoulders,ein ganz normales Leben. Gruß

  • #24

    Ellen (Dienstag, 06 April 2021 08:34)

    Was bin ich dankbar, dieses Forum gefunden zu haben! Mir kommen die Tränen beim Lesen, weil es einfach so gut tut zu wissen, dass Ihr wisst, was diese Schmerzen bedeuten.
    Nach einer Arthroskopie der rechten Schulter im letzten Jahr, bin ich nun seit zwei Monaten in der Schmerzphase der linken Schulter. Fühle mich so erschöpft und übermüdet. Je mehr ich über diese Krankheit lese, umso wütender werde ich, wenn ich an meine erste "Behandlung" denke. Sinnlose Untersuchungen, Physiotherapie zum falschen Zeitpunkt, die die Schmerzen verschlimmert hat, Unverständnis, denn "man sieht ja nichts". Nun mache ich mich zu einem andern Arzt auf, aber immer mit der Befürchtung, wieder dieselbe Odyssee mitzumachen. Niemand scheint wirklich zu wissen, in welcher Phase welche Therapie die richtige ist, und ob eine Arthroskopie die Lösung des Problems ist oder nicht.
    Danke für Eure Berichte. Sie sind das erste Wohltuende seit langem...

  • #25

    Hanna Janjanin (Mittwoch, 07 April 2021 11:23)

    Hallo auch ich leide an frouzen shoulder kann mir jemand sagen wie oft bekommt man Physiotherapie verschreiben ??? Ich habe die Befürchtung das es jetzt nach dem dritten Rezept vorbei ist.

  • #26

    Ellen (Mittwoch, 07 April 2021 12:55)

    Ich hatte zwei Rezepte vor (war eine schlechte Idee, weil in der Schmerzphase) und zwei nach der Arthroskopie. Außerdem eine Motorschiene (so ein Stuhl mit beweglichem Arm) vor und nach der OP für jew. 4 Wochen - hat auch nur nach der OP etwas genutzt.
    I.d.R. sind die Ärzte leider oft unwillig, mehr als zweimal Physio zu verschreiben, da muss man dann auch mal hartnäckig darauf bestehen...

  • #27

    Maik (Donnerstag, 08 April 2021 18:19)

    Hallo, ich leide auch an Frouzen Shoulder. Bei mir begann es vor 11 Monaten. Ich habe mein Arm/Schulter stark belastet und bekam starke Schmerzen, auch am Rücken, welche bis heute anhalten. Komischerweiße kamen erst die Schmerzen und dann nach ca. 5-6 Monaten wurde die Schulter steif. Ich vermute, weil ich mein Arm wegen der Schmerzen weniger bewegt habe. (Keine Ahnung..)
    Außerdem wurde jetzt im MRT gleich zwei Schleinbeutelentzündungen + Sehnenentzündung festgestellt, aber KEINE Verkalkungen. Das alles war im Akutstadium vor 10Monaten im MRT noch nicht sichtbar.
    Nun ja.. nachdem Tabletten + Physio nichts halfen, bekam ich jetzt eine Cortisonspritze. Nun sind die Schmerzen etwas erträglicher..
    Meine Physiotherapeutin meinte ich solle es doch mal mit eine Blutegeltherapie probieren. Das soll wohl bei Entzündungen sehr gut helfen. Hat hier Irgendwer das schonmal ausprobiert? Außerdem wüßte ich gerne, ob Akupunktur generell bei einer Frouzen Shoulder hilfreich ist, oder nur, wenn Verkalkungen die Ursache ist? Wer macht denn Akupunktur? Arzt oder Heilpraktiker?

    Gruß Maik

  • #28

    Regula (Samstag, 10 April 2021 15:06)

    Hallo Maik
    Ich machte Akupunktur bei einem Chinesen und bei mir gibt es keine Verkalkungen, dies wurde mit Röntgen bestätigt, ich habe zwar auch ein Impingement (also eine Verengung). Ohne Akupunktur hätte ich nicht wieder arbeiten können. Die Beweglichkeit wurde nicht besser, das hatte ich auch nicht erwartet, da ich noch nicht in der thawing-Phase bin.

    Liebe Grüsse,
    Regula

  • #29

    Petra (Sonntag, 11 April 2021 02:37)

    Ein liebes Hallo an alle!
    Mir geht es seit Mai 2020 wie euch:
    Langsam stärker werdender Stechschmerz in der linken Schulter, anhaltend bis Dezember 2020, durchgehend 24/7 und fast nicht mehr auszuhalten. Sämtliche Begleiterscheinungen wurden hier schon ausführlich erwähnt - ich habe auch alle. Davor sehr sportlich und gelenkig. Einen Unfall hatte ich nicht.
    Am Anfang Röntgenbild und Ultraschall der Schulter, mittlerweile auch MRT der HWS.
    Seit Januar 2021 ist der Ruheschmerz weg und es tut "nur noch" in der Bewegung und bei Belastung weh. Die Beweglichkeit ist weiterhin eingeschränkt bzw. verschlechtert sich bis heute noch mehr.
    Anwendungen hatte ich folgende:
    Ab Juli 2020 bis heute 2-3x wöchentlich Physiotherapie und Übungen für zu Hause, zudem 10x Akupunktur, 2x Cotisonspritzen, mehrwöchige IBU-Kuren, Funktionstraining im Wasser, 5x selbst bezahlte Dorn-Breuss-Behandlungen beim Ostheopaten sowie 15x Massage und Mobilisation. Seit September 2020 durchgängig AU. Im Mai 2021 geht es in Reha.
    Meine Orthopädin rät von einer OP absolut ab! Es gäbe viele Fälle, bei denen es nach der OP schlechter wurde als davor. Bisher hieß es aber auch immer von meiner Physiotherapeutin und dem Masseur, dass man in den Schmerz trainieren müsste, damit es nicht noch schlimmer wird.
    Letztendlich hat aber nichts wirklich geholfen. Im Gegenteil. Wie gesagt, es wurde nur noch schlimmer!
    Es war auch immer mein Wunsch und meine Intuition etwas gegen die Krankheit tun zu wollen. Es konnte ja so nicht bleiben und bisherige Erfahrungen mit Arthrose und Fibromyalgie habe ja auch gezeigt, dass man mit Bewegung und Training weiter kommt. Leider traf das in diesem Fall nicht zu und ich habe mich intensiver mit dem Thema beschäftigt. Hätte ich mal früher machen sollen, denn:
    Ich habe nun mehrere Berichte gelesen, Ärzte befragt und mit Betroffenen gesprochen Das Fazit lautet, dass die Beschwerden von alleine wieder weggehen und es eher kontraproduktiv ist, wenn man in den Schmerz trainiert. Man soll Geduld haben und sich und der Schulter eher Ruhe gönnen- zumindest in den ersten beiden Phasen. In Japan wird die frozen shoulder wohl gar nicht behandelt.
    Es hängt oft auch mit der Menopause zusammen und sei eine Stoffwechselstörung, wie z.B. eine Schilddrüsenfehlfunktion, was aber noch nicht genau belegt ist. Bei mir würde es aber passen.
    Im Schnitt dauert der ganze Prozess ca. 1,5 Jahre - Ausnahmen bestätigen die Regel!
    Druck machen, von wem auch immer, hilft da gar nichts. Schon gar nicht vom Orthopäden! Dann muss man unbedingt den Arzt wechseln. Man ist ja schon genug angeschlagen und muss schauen, dass man trotz allem weiterhin positiv bleibt!
    Ich hatte bisher zudem immer das Gefühl, ich müsste meine Daseinsberechtigung beweisen und hab das Haus, den Garten, die Küche und die Kids weiterhin bewältigt, egal wie es mir ging. Ich war ja schließlich krankgeschrieben, da hatte ich ja neben den ganzen Therapien, weiteren Untersuchungen, Schmerzen, durchwachten Nächten und Arztbesuchen jede Menge Zeit. Ha ha ha! Aber so ticke ich!
    Jetzt habe ich mich entschieden, den ganze Zirkus bis zur Reha zu lassen. Ich gehe nur noch zur Physio, lasse mich dort aber nicht mehr in den Schmerz bewegen. Ich akzeptiere, dass meine Schulter Zeit braucht und mache mich nicht mehr verrückt. Ich berichte dann gerne, wie es mir damit ergangen ist.
    Vielleicht konnte ich jemandem mit meinen Erfahrungen helfen.
    Ich Grüße euch herzlich und haltet durch - es geht laut den Betroffenen vorüber!

  • #30

    Sabine (Sonntag, 11 April 2021 13:07)

    Hallo ihr Lieben,
    das mit der Physiotherapie stimmt, es gibt nur eine bestimmte Rezeptanzahl, ab 2021 Januar gibt es eine neue Verordnung, wenn die vom Patienten aufgebraucht sind bekommt man kein Rezept mehr, obwohl nach meinen dafür halten , weitere Rezepte gebraucht werden. Ich habe mir noch ein weiteres, man könnte schon sagen fast erbettelt. Mir hat in der Entzündungsphase die Medikation mit Cortison, allerdings nach einem bestimmten Plan geholfen , plus Schmerztabletten zur Nacht. Mit den Schmerztabletten war ich sparsam, die gehen auf den Magen.
    Da Heim hatte ich parallel schon mit leichten Übungen angefangen, z.Bsp. an die Wand fassen und vorsichtig versuchen mit Hilfe der Finger aufwärts zu krabbeln, den gesunden Arm wenn möglich zu Hilfe nehmen. Nach der Cortison Medikation hatte ich mit der Physiotherapie begonnen, langsam hat er die Übungen gesteigert, aber immer nur bis zum Schmerz ran, auf keinen Fall darüber. Da Heim habe ich alle Übungen wie erlernt weiter geführt. Mehrmals täglich, irgendwann stellt sich der Erfolg ein. Die Übungen haben sich entsprechend erweitert, sind anspruchsvoller geworden. Man macht immer so viel wie man kann, auf keinen fall mehr.
    Mein Schmerz, bzw. die Entzündung ist aus der Schulter raus, aber der Schmerz in dem Arm, Genick und oberer Rücken, immer noch sehr präsent, ich habe den Tipp bekommen es mit Moorpackungen zu versuchen, den erwärme ich wie beschrieben, lege das Teil in ein Kissenbezug und dann auf die Stellen den Arm , den Nacken. Das habe ich 4 mal angewendet und tatsächlich schlägt es an, die Verhärtung im Genick , dieser taube Kribbelschmerz aus dem Arm verschwindet . Die Wärme geht tief unter die Haut, es ist viel besser geworden.
    Viele Tipps habe ich mir aus dem Internet geholt, die Übungen kann man natürlich nicht so wie dargestellt, aber ich habe immer so wie der Schmerz es zuließ ,
    einiges trainiert.
    Meine Ernährung habe ich auch etwas umgestellt, da habe ich mir Anregungen aus dem Internet geholt, auf einige Lebensmittel verzichte ich jetzt lieber.
    Es geht wirklich vorüber, aber was behält man an Beweglichkeit ohne Training.
    Vielen Dank für dieses Forum, das hilft mir sehr.

  • #31

    Sabine (Sonntag, 11 April 2021 13:16)

    ps. In Frankfurt am Main gibt es eine Klinik für chinesische Medizin, da wird die kommerzielle mit der chinesischen Medizin in Einklang gebracht. Unter anderem auch Akupunktur angeboten. Eventuell hilft das ja.
    LG

  • #32

    Petra (Sonntag, 11 April 2021 19:32)

    Halli-hallo!
    Die Rezept-Frage für KG verwundert mich ein wenig. Ich musste seit Juli 2020 noch nie um eine Verordnung "betteln". Anstandslos erhalte ich nach Beendigung des einen Rezepts, ein weiteres ausgestellt. Seit 2021 gibt es sogar 24 Anwendungen auf einem verordnet.
    Und wie bereits geschrieben hatte ich Ende letzten Jahres 10x Akupunktur, was mir auch nicht geholfen hat. Aber trotzdem Danke für den Tipp!
    Ach ja und alle Betroffenen sagen, dass sie rückstandslos gesunden. Sie können den Arm wie zuvor bewegen ohne jegliche Einschränkungen.
    Liebe Grüße Petra

  • #33

    Claudia (Montag, 12 April 2021 18:12)

    Hallo an alle Betroffenen, habe seit Mitte Januar die Einsteifung der Schulter, vorher auch schon länger einschiessende Schmerzen im Oberarm. Ich weiß aber nicht genau seit wann. Mich quält der Arm mehr als die Schulter selber. Es tut weh bis in die Finger. In der Ellenbeuge ist er auch irgendwie geschwollen. Habe das Gefühl, er ist total verdreht. Hatte bisher eine Spritze mit Cortison, habe aber nicht wirklich eine Besserung gespürt. Blutegel habe ich mir einmal ansetzen lassen, danach war auch keine Besserung da. Wenn man nur wüsste, wann die Schmerzen nachlassen... Werde den Kopfstrecker mal mit meiner Therapeutin besprechen. LG

  • #34

    Sabine (Dienstag, 13 April 2021 14:24)

    Hallo Claudia,
    Ich war wie genau beschrieben von Frau Bruck, betroffen zusätzlich noch den kompletten Arm bis in die Fingerspitzen . Ende Juli hatte es angefangen, genau am 22.09.20 hatte meine Medikation mit Prednisolontabletten begonnen. In mehreren Schritten von hoch dosiert bis auf minimal runterdosiert. Es gibt dazu einen bewährten Plan vom Arzt.
    Dazu Schmerzmittel. Das hatte mir sehr geholfen, so konnte ich wenigstens ein paar Stunden Ruhe finden. Die Entzündung ist abgeheilt, Physiotherapie immer in Begleitung .
    Dann wie beschrieben in der Physiotherapie das ziehen des Kopfes ganz vorsichtig , ich habe die gleiche Erfahrung gemacht , unmittelbar nach ein paar Luftzügen machte sich bei mir ein kribbeln bemerkbar. Es geht inzwischen Berg auf. Den Arm behandele ich mit Moorpackungen, das hat mir sehr geholfen. Die Sehnen erholen sich .
    Mein Arm nimmt inzwischen wieder Form an und gehört zu mir, das trainieren reicht jetzt morgens und abends für eine halbe Stunde jeweils.
    Ich habe nur meine Erfahrung beschrieben und bin sehr dankbar, daß es diese Seite gibt.
    Gute Besserung an alle.

  • #35

    Birgit (Donnerstag, 15 April 2021 13:32)

    Hallo, liebe Leidgeplagte!

    Bei mir fing es im Dezember 2020 an, ich konnte meinen Arm nicht mehr auf den Tisch legen, hatte mörderische Schmerzen. Ich nahm 4 Wochen Prednisolon. Anfang Januar war es etwas besser. Ich schöpfte Hoffnung, doch schon Mitte Januar wurde der Bewegungsradius immer kleiner und die Schmerzen schlimmer. Da ich 1,5cm Kalk in der Schulter und einen entzündeten Schleimbeutel hatte, ließ ich mich Anfang Februar operieren. Seitdem bin ich durch die Hölle gegangen. Ich habe Diclofenac genommen, Novalminsulfon, 4 Wochen Cortison, Naproxen und Etoricoxib probiert, nichts hat geholfen. Ich mache Physio, habe Tens und Magnetfeld probiert. Ich bin nicht mehr in der Lage einzukaufen, meinen Haushalt zu versorgen, nicht mal die Körperpflege funktioniert ohne Hilfe. Inzwischen bin ich im 5. Monat mit einer schlimmen Bewegungseinschränkung und gerade nachts mit höllischen Schmerzen zu kämpfen und schon manchmal daran gedacht in der geschlossenen Garage mein Auto zu starten. Ich bin inzwischen ganz unten angekommen psychisch und physisch. Ich habe die Beiträge gelesen und werde Osteopathie probieren. Ich wünsche allen Geplagten eine gute Genesung.

  • #36

    Susi (Samstag, 17 April 2021 14:09)

    Liebe Birgit, nicht verzagen!
    Bei mir war es vor 2 Jahren auch sehr schlimm mit den Schmerzen. Erst als ich alle Schmerztabletten weggelassen habe und die Ernährung auf mehr basisch umgestellt hatte wurde es besser. Nun nach 2,5 Jahren ist bei mir der andere Arm dran. Diesmal ohne Tabletten und mit gesunder Ernährung. Es ist besser auszuhalten - habe mehr Bewegungsfreiheit und weniger Krämpfe als beim 1. Mal. Und so gehe ich noch arbeiten. Am PC....ist aber natürlich kontraproduktiv.
    Liebe Grüße und danke für die Tips. Vieles davon hatte ich auch probiert. Manches hilft wenigstens ab und an.