Comprehensive Resource Model® (CRM)

Das Comprehensive Resource Model® (CRM), in deutsch ungefähr: umfassendes oder auch übergreifendes Ressourcen-Modell, ist eine Traumatherapiemethode. Sie verbindet wissenschaftlich validierte therapeutische Prinzipien mit Elementen, die schon von jeher kulturübergreifend zur Heilung verwendet wurden.

Beim CRM werden dazu Erkenntnisse über die Funktion und die Bereiche im Gehirn mit deren Stimulation von außen genutzt. Das können visuelle Reize sein wie Augenpositionen, Symbole, Farben, Geometrien; aber auch akustische Reize wie Töne, Klänge sowie bilaterale Musik werden zur Stimulation eingesetzt.
Mit Verstand & Gedanken, den Emotionen und dem Körper (Atemübung, Körperbewusstsein schaffen) des Klienten ergibt das richtige Zusammenspiel die individuelle Lösung. Die bekannten und immer wieder genutzten Hindernisse, die der Körper und der Geist bzgl. des Traumas bereits oft genug aufgebaut haben, werden zusammen mit dem Therapeuten umschifft. Mit geschickten Fragen und immer auf Ressourcen ausgerichtetes Sprechen begleitet der Therapeut den Klienten. Der Klient ist dabei stets vollkommen wach und immer im Hier und Jetzt.

 

 Das Modell ist erst wenige Jahre alt und wurde von Lisa Schwarz, einer Psychologin aus den USA, entwickelt. Es basiert auf Annahmen des Traumamodells von Colin Ross. Dr. Frank Corrigan, Psychiater aus Glasgow (Schottland), lieferte die neurowissenschaftliche Hypothese zur Wirksamkeit des Modells.

 

Das ursprüngliche Anwendungsgebiet von CRM liegt bei komplexer Traumatisierung, dissoziativen Störung sowie bei Bindungstraumatisierungen. Es wird aber auch bei Monotraumatisierung sowie bei unspezifischen somatischen Symptomen, bei denen ein Traumahintergrund vermutet wird, erfolgreich eingesetzt.

 

Heilung von Traumaerfahrungen lässt sich nur erreichen, wenn es genügend Sicherheit im emotionalen und körperlichen Erleben gibt. Menschen, die traumatischen Stress oder Überlebensterror erlebt haben, spüren diese Sicherheit allerdings oft nicht. Wenn der Weg aus dem Trauma gefunden wurde ist es zudem wichtig den Klienten nicht einfach zu entlassen. Es gilt Fragen wie die folgenden zu beantworten: Was bin ich ohne mein Trauma? Welche neue Bedeutung benötigt mein Leben? Muss ich Kontrolle abgeben? Kann ich ohne den Therapeuten sein?

 

 

Hintergrund der Methode:

Traumatische Erlebnisse werden von allen Menschen ganz unterschiedlich bewertet und tatsächlich im Körper und Geist abgespeichert. „Zeit heilt alle Wunden“ gilt als überholt. So einfach ist es nicht. Vielmehr ist es die heutige Sicht so, dass alle traumatischen Erlebnisse im Gehirn gespeichert werden und durchaus auf ein gesamtes Leben Einfluss haben. Es kann sogar bis ins hohe Alter davon bestimmt werden. Eine Entfernung von sich selbst und vor allem auch von anderen ist die Folge.

Als Traumatherapeutin ist der Ansatz beim CRM, sich nicht auf die Ängste und körperlichen Symptome zu konzentrieren. Depressionen und Ängste bis hin zu körperlichen Beschwerden sind die Symptome, aber die Ursachen gilt es zu behandeln. Da die Ursachen dafür aber sehr tief und meist auch schon sehr lang im Gehirn gespeichert sind und das Trauma schon zig-mal durchdacht und durchlebt wurde, ist es die Herausforderung des Therapeuten, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und mit positiven Herangehensweisen das Gehirn wieder daran zu „erinnern“ wie es richtig, wie es „gut“ ist. Es bedarf sehr viel Geschicks und Erfahrung an das Trauma heranzukommen ohne dass der Klient auf Grund von Ängsten, Trauer, Wut, Scham, Schmerz oder Ekel diesen Weg meiden möchte. Das Trauma wird unter solchen Gefühlen regelrecht begraben. Diese menschlichen Widerstände und Abwehrmechanismen sind ebenfalls Symptome für das Trauma. Erst wenn die Therapeutin diese Zusammenhänge erkennt und zu deuten weiß, kann sie dem Klienten helfen, ihn begleiten bei dem Weg heraus aus dem Trauma. Sie nimmt den Klienten sanft an die Hand und geht mit ihm heraus aus dem Dunkeln auf einem sicheren hellen, klaren Weg. Der Klient erfährt sich zusammen mit der Therapeutin neu. Er nutzt dabei die eigenen Kräfte und das Urvertrauen, die mit Hilfe der Therapeutin wiedererweckt werden. Er erlaubt sich wieder, sich selbst zu lieben und so in späterer Folge auch andere Menschen.