VNS-Analyse (Hersteller: Commit)
Wenn es hilfreich ist, die aktuelle Regulationslage des autonomen Nervensystems sichtbar einzuordnen.

Wenn Belastung messbar werden soll
Die VNS-Analyse ist eine kurze, standardisierte Messung, mit der sich erfassen lässt, wie das autonome Nervensystem aktuell auf Belastung reagiert.
Sie kommt dann zum Einsatz, wenn subjektives Erleben allein nicht ausreicht oder wenn eine zusätzliche Einordnung hilfreich ist.
Im Fokus steht nicht die Suche nach Ursachen, sondern die Frage, wie flexibel und anpassungsfähig das Nervensystem im Moment arbeitet und ob Regulation eher verfügbar oder bereits eingeschränkt ist.
Was bei der VNS-Analyse erfasst wird
Grundlage der VNS-Analyse ist die Messung der Herzratenvariabilität (HRV).
Sie erlaubt eine funktionelle Einordnung der autonomen Regulation unter unterschiedlichen Bedingungen. Je nach Fragestellung können verschiedene Messformen eingesetzt werden:
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Ruhemessung (Sie bildet die aktuelle Regulationslage ab und zeigt, wie das autonome Nervensystem ohne gezielte Einflussnahme arbeitet.)
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Messung unter Atemrhythmus (Bei einer geführten Atmung wird sichtbar, ob und in welchem Ausmaß parasympathische Regulationsreserven mobilisierbar sind. Diese Messung ist insbesondere relevant für die Frage, ob Atemübungen aktuell sinnvoll sind oder eher wirkungslos bleiben.
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Orthostatische Messung (Durch den Wechsel von Liegen zu Stehen lässt sich einordnen, wie flexibel das Nervensystem auf Lageveränderungen reagiert. Sie kann Hinweise darauf geben, ob Regulation unter Alltagsanforderungen stabil bleibt oder rasch kippt.)
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Kurzzeit- oder Verlaufsmessungen (Sie ermöglichen eine Einordnung von Schwankungen über den Tagesverlauf oder unter bestimmten Bedingungen.)
Welche Messform eingesetzt wird, richtet sich nach der Fragestellung.

Wie die Messung abläuft
Die VNS-Analyse findet vor Ort in ruhiger Umgebung statt.
Die Messung erfolgt über einen EKG-genauen Brustgurt und dauert nur wenige Minuten. Sie kann im Sitzen oder Liegen durchgeführt werden. Eine Entkleidung ist nicht erforderlich.
Die Auswertung erfolgt unmittelbar im Anschluss und wird gemeinsam eingeordnet.
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Für Klient:innen, mit denen ich online arbeite, besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die VNS-Analyse bei einem regional verfügbaren Anbieter durchführen zu lassen. COMMIT stellt hierfür ein Anwenderverzeichnis zur Verfügung, über das entsprechend qualifizierte Anbieter:innen auffindbar sind. Die dort erhobenen Messergebnisse können im Anschluss in das gemeinsame Remote-Setting einbezogen werden. Auf dieser Grundlage ist eine Einordnung der Regulationslage sowie eine Ableitung von Vorgehensweisen auch ohne persönliche Anwesenheit möglich.
Welche Form der Durchführung sinnvoll ist, ergibt sich aus dem jeweiligen Arbeitskontext. Nicht in jedem Fall ist eine VNS-Analyse notwendig oder hilfreich.
Wofür die Ergebnisse genutzt werden
Die VNS-Analyse liefert keine Maßnahmenempfehlungen.
Sie schafft eine gemeinsame Grundlage für Einordnung und Entscheidung.
Sichtbar werden kann zum Beispiel,
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ob Regulation spontan zugänglich ist oder bereits eingeschränkt
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ob aktivierende Ansätze aktuell eher tragen oder überfordern
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ob Atemübungen sinnvoll erscheinen oder Zurückhaltung angezeigt ist
Gerade bei schwer greifbarer Erschöpfung oder anhaltender Anspannung kann die Analyse helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen.
Einbindung in den Gesamtprozess
Die VNS-Analyse kann
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eigenständig durchgeführt werden
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als Einstieg genutzt werden, um die Ausgangslage besser zu verstehen
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im Verlauf erneut erfolgen, um Veränderungen der autonomen Regulation einzuordnen
Sie ist keine Voraussetzung für Coaching, Psychotherapie oder regulationsbasierte Formate.
Sie kann diese jedoch gezielt ergänzen, wenn eine zusätzliche funktionelle Einordnung sinnvoll ist.
Technische Einordnung
Für die VNS-Analyse wird ein Analysegerät von COMMIT eingesetzt, das auf einer EKG-basierten Erfassung der Herzratenvariabilität (HRV) beruht. Die Messung erfolgt mit hoher zeitlicher Auflösung und erfüllt die grundlegenden Anforderungen an eine valide RR-Intervall-Analyse. Hierfür muss eine EKG-genaue Ableitung mit einer Messgenauigkeit von 1 - 3 Millisekunden gewährleistet sein.
Die Auswertung folgt standardisierten Messprotokollen und nutzt altersdifferenzierte Referenzbereiche, die aus großen Vergleichskollektiven abgeleitet sind. Berücksichtigt werden ausschließlich Parameter, deren Aussagekraft für die funktionelle Einordnung des autonomen Nervensystems gut belegt ist. Auf komplexe oder redundante Kennzahlen wird bewusst verzichtet.
Das Gerät ist kein Diagnostik-, Therapie- oder Trainingssystem. Es dient der standardisierten, reproduzierbaren Einordnung der aktuellen Regulationslage und ermöglicht eine vergleichbare Beurteilung über Messzeitpunkte hinweg.
Organisatorischer Rahmen
Die VNS-Analyse kann eigenständig durchgeführt werden oder als Bestandteil einer laufenden Zusammenarbeit eingesetzt werden. Je nach Kontext dient sie der erstmaligen Einordnung, der Verlaufsklärung oder einer abschließenden Standortbestimmung.
Die Durchführung erfolgt entweder vor Ort oder – bei Online-Zusammenarbeit – über eine Messung bei einem regional verfügbaren COMMIT-Anbieter mit anschließender Einordnung im Remote-Setting.
Der zeitliche Umfang und die Einbettung richten sich nach Fragestellung und Ziel der Messung. Die organisatorische und preisliche Gestaltung unterscheidet sich entsprechend danach, ob die VNS-Analyse als einzelne Leistung oder im Rahmen einer bestehenden Arbeit genutzt wird. Details dazu werden individuell geklärt.
