Belastung, Regulation und das, was dazwischen liegt
- Michaela Buck
- 4. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
neu in meiner Arbeit für 2026
In meiner Arbeit begegne ich immer wieder Menschen, die sehr genau benennen können, was sie belastet – und gleichzeitig das Gefühl haben, dass etwas Wesentliches schwer greifbar bleibt. Erschöpfung, innere Anspannung, ein dauerhaft erhöhtes Stressniveau. Themen sind da, Worte auch. Und trotzdem fehlt manchmal eine Ebene, auf der sich das Erlebte wirklich einordnen lässt.
Belastung zeigt sich nicht nur im subjektiven Erleben. Sie wirkt auch körperlich und neurobiologisch. Sie beeinflusst, wie gut Regulation verfügbar ist, wie flexibel ein System reagieren kann und wie viel Spielraum im Alltag bleibt. Diese Zusammenhänge waren in meiner Arbeit immer präsent, wurden aber lange eher implizit mitgeführt als explizit betrachtet.
Mein Interesse an dieser Ebene ist nicht neu. Es knüpft an das an, was mich ursprünglich dazu gebracht hat, Oecotrophologie zu studieren: die Frage, wie körperliche Voraussetzungen, Versorgung, Lebensstil und Belastung zusammenwirken – und warum sich manche Zustände nicht allein über Einsicht, Verhalten oder Gespräch verändern lassen.
In den letzten Jahren ist dieser Faden wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Nicht als Abkehr von Coaching oder Psychotherapie, sondern als Ergänzung dort, wo zusätzliche Orientierung hilfreich ist. Daraus hat sich die funktionelle Belastungs- und Regulationsanalyse entwickelt. Sie dient der Einordnung, vor allem dann, wenn Belastung diffus erlebt wird oder sich nur schwer fassen lässt. Sie ist keine Therapie und kein Ersatz für Coaching oder Psychotherapie, sondern eine zusätzliche Perspektive.
Eine Rolle spielt dabei auch Messung – zurückhaltend eingesetzt. Eine VNS-Analyse kann sichtbar machen, wie das autonome Nervensystem aktuell arbeitet, ob Regulation zugänglich ist und ob sich Reserven mobilisieren lassen. Gerade im Verlauf einer Zusammenarbeit kann diese Einordnung helfen, Veränderungen nachvollziehbar zu betrachten, ohne daraus Erwartungen oder Ziele abzuleiten.
Parallel dazu werden körperliche Einflussfaktoren bewusster berücksichtigt. Ernährung, Versorgung und lebensstilbezogene Aspekte wirken auf Belastung und Regulation, bleiben im Alltag jedoch häufig unscharf. Im Rahmen einer funktionellen Betrachtung lassen sich solche Zusammenhänge einordnen, um sie zur Unterstützung zu nutzen.
Dieser Arbeitsbereich befindet sich dabei bewusst im Aufbau. Ich erweitere ihn schrittweise und binde neue Elemente erst dann ein, wenn sie fachlich eingeordnet und verantwortbar nutzbar sind. Mir ist wichtig, diesen Weg nicht über Ankündigungen zu gehen, sondern über eine saubere Integration in meine bestehende Arbeit.
Die Erweiterung richtet sich nicht nur an neue Klient:innen. Sie kann ebenso für Menschen sinnvoll sein, die bereits mit mir arbeiten und ihre Situation zu bestimmten Zeitpunkten noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten möchten – zu Beginn, im Verlauf oder zum Abschluss einer gemeinsamen Arbeit.
Es geht dabei nicht um neue Methoden oder schnelle Lösungen. Sondern darum, Belastung ernst zu nehmen, ohne sie zu pathologisieren – und Regulation dort zu unterstützen, wo sie tatsächlich zugänglich ist.




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